Eigentlich hat meine Arbeit mit Tieren schon lange begonnen, bevor ich wusste, dass daraus einmal mein Beruf werden würde...
Als Kind bin ich oft in die Tierwelt geflüchtet. Bei Tieren fühlte ich mich wohl, aufgehoben und irgendwie richtig. Ich musste nichts erklären und mich nicht verstellen. Tiere nahmen mich so an, wie ich war – und ich hatte das Gefühl, bei ihnen meinen Platz gefunden zu haben.
Schon sehr jung begann ich, mit Pferden zu arbeiten und auch mit den schwierigeren. Rückblickend glaube ich nicht, dass das funktioniert hat, weil ich besonders stark oder mutig war. Im Gegenteil: Bei den Tieren war ich einfach ich selbst. Ohne Rolle, ohne Fassade, ohne etwas beweisen zu müssen. Und erstaunlicherweise kam genau das bei ihnen ziemlich gut an. :)
Ich würde sagen, dass die Liebe uns verbunden hat – aber das klingt zu kitschig hahaha.
Später kamen mein eigenes Pferd und mein erster eigener Hund in mein Leben. Heute begleitet mich ein Dackel, dazwischen waren Papageien, Fische und viele andere kleine und große Tiere bei mir. Und obwohl jedes Tier vollkommen anders ist, haben mich dabei eigentlich immer dieselben zwei Fragen fasziniert:
Was braucht dieses Tier, damit es wirklich glücklich, gesund und ausgeglichen leben kann? Und: Wie kann ich als Mensch eine schöne Beziehung mit ihm aufbauen?
Natürlich sieht diese Beziehung mit einem Hund anders aus als mit den Fischen in einem Aquarium. Und doch geht es für mich im Kern um etwas Ähnliches: Wer ist dieses Wesen? Was braucht es? Wie nimmt es seine Welt wahr? Welche Persönlichkeit hat es? Und wo ist mein Platz als Mensch in seinem Leben? Heute erkenne ich, dass aus genau diesen Fragen über die Jahre mein gesamter Ansatz entstanden ist.
Ich habe Verhaltensbiologie studiert, wissenschaftlich mit Tieren gearbeitet, Tiere trainiert, intuitive Tierkommunikation und Seelensprache entwickelt und mich immer tiefer mit Energie, Heilung und der Seele beschäftigt. Ich bin Wissenschaftler, Verhaltensbiologe und Tiertrainer – aber genauso Tierflüsterer, intuitiver Tierkommunikator und Heiler. Und je mehr ich gelernt und erfahren habe, desto klarer wurde mir: Keine dieser Ebenen reicht für mich allein aus. Es braucht ein flexibles Zusammenspiel zwischen ihnen.
Wir können unsere Tiere unendlich lieben und sie trotzdem missverstehen. Wir können aus Liebe zu viel beschützen, zu wenig führen oder Entscheidungen treffen, von denen wir überzeugt sind, dass sie unserem Tier guttun – obwohl es vielleicht etwas anderes braucht.
Liebe allein reicht für ein glückliches Tier und eine gute Beziehung nicht aus. Es braucht mehr.
Das Wohlergehen des Tieres
Was genau braucht dieses Tier, um körperlich gesund, emotional ausgeglichen und in seinem Wesen erfüllt leben zu können?
Aus meiner wissenschaftlichen Ausbildung und meiner langjährigen Arbeit mit Haus-, Nutz- und Wildtieren ist daraus mein Amann Modell – 9 Levels of Animal Wellbeing entstanden. Ich betrachte dabei neun Bereiche, die sich gegenseitig beeinflussen: Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte, Gesundheit und Heilung, Umgebung, Schutz und Führung, Erziehung und Lernen, körperliche Förderung sowie Sinn und Seelenebene.
Denn Wohlbefinden bedeutet weit mehr, als dass ein Tier genug Futter bekommt, medizinisch versorgt ist und nicht offensichtlich leidet. Es geht darum, ob sein Körper bekommt, was er braucht, ob es sich sicher fühlt, natürliche Bedürfnisse ausleben kann, passende Beziehungen hat, verstanden und sinnvoll geführt wird – und ob auch seine emotionale, energetische und seelische Ebene ihren Platz bekommt.
Dabei bin ich trotz aller Spiritualität manchmal erstaunlich pragmatisch. :) Nicht jedes Problem ist ein Trauma oder ein ungelöster Seelenvertrag zwischen Tier und Mensch. Manchmal fehlt Bewegung. Manchmal Führung. Manchmal hat ein Tier Schmerzen oder ist überfordert. Manchmal hat es etwas schlicht noch nicht gelernt. Und manchmal ist es tatsächlich "nur" eine Seelenbotschaft.
Die Beziehung zwischen dem Tier und seinem Menschen
Mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass selbst das umfassendste Wissen über ein Tier nicht ausreicht, wenn wir einen entscheidenden Teil seines Lebens ausblenden: uns!
Wir gestalten die Welt unserer Tiere. Wir entscheiden, wie sie leben, was sie lernen, welche Erfahrungen sie machen und wie viel Freiheit, Schutz und Orientierung sie bekommen. Wir kommunizieren mit ihnen, führen sie, reagieren auf sie – und bringen gleichzeitig unsere eigene Persönlichkeit, unsere Emotionen und unsere Geschichte in diese Beziehung ein.
Und das Tier tut dasselbe auf seine Weise. So entsteht zwischen zwei Wesen etwas Wundervolles: eine Beziehung.
Genau diese Beziehung fasziniert mich heute besonders. Wie verstehen Tier und Mensch einander? Wo entsteht Vertrauen? Wo entstehen Missverständnisse? Was braucht das Tier von seinem Menschen? Was bringt der Mensch unbewusst in die Beziehung ein?
Und auch: Warum sind ausgerechnet dieses Tier und dieser Mensch zusammengekommen? Was lernen sie voneinander? Was verbindet ihre Wege? Welchen Seelenvertrag gibt es zwischen den beiden?
Wissenschaftler. Tiertrainer. Tierflüsterer. Heiler.
All das gehört zu mir – und all das fließt heute in meine Arbeit ein. Wissenschaft, Verhalten, Training, Intuition, Tierkommunikation, Energie, Heilung und Seele sind für mich keine konkurrierenden Welten. Sie sind unterschiedliche Möglichkeiten, ein Tier, einen Menschen und ihre Beziehung zu verstehen.
Deshalb beginne ich auch nicht mit einer bestimmten Methode. Ich schaue zuerst hin. Ich beobachte, nehme wahr und versuche zu verstehen, was wirklich geschieht und welche Zusammenhänge vielleicht bisher übersehen wurden.
Zuerst verstehen, dann entscheiden, was es braucht, und dann in die Umsetzung gehen.
Diese Haltung zieht sich durch alles, was ich hier tue. Sie ist die Grundlage meiner persönlichen Arbeit mit Tieren und ihren Menschen, aber genauso meiner Kurse, Ausbildungen und all der Themen, über die ich lehre und schreibe.
Mal geht es um Verhalten oder das Wohlbefinden eines Tieres. Mal um Tierkommunikation und Seelensprache. Mal darum, wie ein Welpe glücklich und gesund aufwachsen kann. Mal um Empathie, Intuition und persönliche Entwicklung. Und manchmal um Abschied, Tod und die Frage, was von unserer Verbindung zu einem Tier bleibt.
Worum es mir geht:
Ich möchte dazu beitragen, dass Tiere in ihrem Wesen gesehen werden und alles bekommen, was sie für ein gutes Leben brauchen. Und ich möchte Menschen dabei helfen, ihre Tiere immer besser zu verstehen, ihren eigenen Platz in dieser Beziehung zu erkennen und gemeinsam mit ihnen zu wachsen.
Denn genau darin liegt für mich die Grundlage eines schönen gemeinsamen Lebens:
Ein Tier, dem es wirklich gut geht. Ein Mensch, der es wirklich versteht. Und eine Beziehung, in der beide ihren Platz haben.
Lokah Samastah Sukhino Bhavantu.
May all beings be happy and free, and may my thoughts, words and actions contribute in some way to the happiness and freedom of all.
In Liebe
Laurent