Animal Wellbeing – das Wohlergehen der Tiere im Mittelpunkt

 
 
Der Fokus meiner Arbeit liegt auf einer einfachen, tiefgreifenden Frage: Was braucht ein Tier wirklich, um gesund, ausgeglichen und erfüllt zu leben?
 
 
 
Animal Wellbeing bedeutet für mich, das Tier als fühlendes, bewusstes Wesen zu betrachten – mit körperlichen, emotionalen, sozialen, mentalen und seelischen Bedürfnissen.
 
Wenn diese grundlegenden Bedürfnisse erfüllt sind, entsteht von selbst, was wir uns alle wünschen: Gesundheit, innere Ruhe, Vertrauen, Lernfähigkeit und eine stabile, erfüllende Beziehung zwischen Tier und Mensch.
 
 
Gleichzeitig trägt der Mensch, der ein Tier zu sich nimmt, eine klare Verantwortung! Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, für die Bedürfnisse des Tiers zu sorgen – bewusst, konsequent und alltagstauglich.
 
Sehr viele Probleme, die im Zusammenleben mit Tieren entstehen, lösen sich bereits dann, wenn ein Tier artgerecht gehalten, klar geführt, sinnvoll beschäftigt und fair begleitet wird.
 
Statt gleich nach tieferen seelischen Ursachen zu suchen, lohnt es sich zuerst, die Grundlagen zu prüfen. Denn nicht jedes „Problem“ ist ein ungelöster Seelenvertrag – manchmal ist ein Tier einfach nicht verstanden, nicht geführt oder schlicht noch nicht erzogen.
 
 
Statt nur Symptome zu behandeln oder Verhalten zu korrigieren, geht es also darum, die Lebensbedingungen des Tieres ganzheitlich zu verstehen und zu verbessern. Auf dieser Basis kann Entwicklung stattfinden – ruhig, klar und im Einklang mit dem Wesen des Tieres.
 
 
 
Das Amann Modell - 9 Levels of Animal Wellbeing
 
Eine ganzheitliche Erweiterung bestehender Wellbeing-Modelle
 
In der klassischen Tierwissenschaft werden meist nur drei, manchmal fünf Bereiche des Wohlbefindens betrachtet
(z. B. Ernährung, Umgebung, Gesundheit, Verhalten, mentaler Zustand).
 
Aus meiner langjährigen Praxis mit Haus-, Nutz- und Wildtieren habe ich dieses Modell erweitert und zu neun Ebenen des Tier-Wohlbefindens entwickelt.
 
Diese neun Levels gelten artübergreifend – für Hunde, Katzen, Pferde, Nutztiere und grundsätzlich für jedes Tier, das mit Menschen lebt oder von ihnen beeinflusst wird.
 
 
 
1. Bewegung – Das Recht, sich natürlich zu bewegen
 
Jedes Tier ist für Bewegung gemacht. Freie, selbstbestimmte Bewegung unterstützt nicht nur Muskeln und Gelenke, sondern auch Verdauung, Nervensystem und emotionale Balance. Bewegung darf kein Luxus sein – sie ist eine grundlegende Voraussetzung für körperliche, emotionaler, mentaler, energetischer und seelische Gesundheit.
 
 
2. Ernährung – Nahrung, die der Natur des Tieres entspricht
 
Artgerechte Ernährung orientiert sich an dem, wofür der Körper eines Tieres biologisch gemacht ist – und nicht an dem, was der Mensch aus eigenen Vorstellungen oder Ego-Wünschen heraus glaubt füttern zu müssen. Nicht Überfluss, sondern Qualität, Rhythmus und Bekömmlichkeit stehen im Vordergrund. Dabei geht es nicht nur um das Was, sondern auch um das Wie: Fütterung sollte so naturnah, ruhig und dem Wesen des Tieres entsprechend gestaltet sein. Richtige Ernährung stabilisiert Energie, Verhalten und Emotionen und bildet eine zentrale Grundlage für langfristige Gesundheit und Wohlbefinden.
 
 
3. Soziale Kontakte – Beziehung, Zugehörigkeit und Bindung
 

Die meisten Haus- und Nutztiere sind soziale Wesen. Sie brauchen Kontakt, Kommunikation und stabile Beziehungen – zu Artgenossen ebenso wie zum Menschen. In menschlicher Obhut können Tiere ihre sozialen Partner nicht frei wählen. Deshalb liegt es in unserer Verantwortung, passende Kontakte zu finden (freunde) und dem Tier zu helfen, mit schwierigen Begegnungen umzugehen (potenzielle Feinde). Nicht jedes Tier muss gemocht werden – aber Konflikte müssen auch nicht eskalieren. Ruhe, Abstand und Ignorieren sind wichtige soziale Fähigkeiten, die gelernt werden dürfen. Gesunde soziale Strukturen reduzieren Stress, fördern emotionale Sicherheit und stärken das Immunsystem.

 
 
4. Gesundheit & Heilung – Körper, Emotion und Energie im Gleichgewicht
 
Das menschliche Umfeld, in dem unsere Tiere leben, bringt oft mehr Stress mit sich, als sie von Natur aus ausgleichen können. Umso wichtiger ist es, sie dabei zu unterstützen, Stress loszulassen und resilienter zu werden. Wohlbefinden bedeutet dabei weit mehr als „nicht krank zu sein“. Neben medizinischer Basisversorgung gehören emotionales Management, Stressregulation und energetische Balance zu echter Gesundheit. Heilung geschieht immer auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
 
 
5. Umgebung – Sicherheit, Reize und Orientierung
 
Eine stimmige Umgebung bietet Rückzug, Abwechslung und Orientierung. Sie fordert das Tier in dem, wofür es gemacht ist, und ermöglicht gleichzeitig Ruhe und Rückzug. Routine kann Sicherheit geben, doch zu viel davon macht abhängig und führt zu Stress, sobald sich etwas verändert. Deshalb braucht es Feingefühl, um das richtige Maß zwischen Abwechslung und Stabilität, Aktivität und Ruhe zu finden. Eine gute Umgebung unterstützt Lernfähigkeit, Resilienz, Gesundheit und innere Ruhe.
 
 
6. Schutz & Führung – Sicherheit durch Klarheit
 
Tiere brauchen Sicherheit – physisch wie emotional. Ein Teil davon entsteht durch die Umgebung, ein weiterer durch Artgenossen. Der größte Anteil sollte jedoch von uns Menschen kommen, denn wir haben die Tiere in unsere Welt integriert - eine Welt die sie nicht immer verstehen, aber wir schon. Jedes soziale Tier braucht Führung. Klare, ruhige und der Tierart angepasste Führung gibt Orientierung und Halt. Wo Schutz und Verlässlichkeit spürbar sind, kann das Nervensystem entspannen und das Tier wirklich zur Ruhe kommen.
 
 
 
7. Erziehung & Lernen – Begleiten statt brechen
 
Jedes Tier kann lernen – und jedes Tier will lernen. Lernen sollte stets dem Wesen und der Lernweise der jeweiligen Tierart entsprechen. Geduld, Klarheit und Respekt ermöglichen Entwicklung ohne Druck oder Angst. Manche Tiere lernen durch Wiederholung und klare Strukturen, andere durch eigenständiges Problemlösen. In keinem Fall geht es darum, ein Tier körperlich oder emotional zu brechen und zu bloßem Gehorsam zu machen, sondern es geht darum, zu erziehen. Ziel ist nicht Gehorsam, sondern Verständnis, Kooperation und Vertrauen.
 
 
8. Körperliche Förderung – Stärke, Stabilität und Selbstvertrauen
 
Ein gut geförderter Körper schenkt dem Tier Sicherheit in sich selbst. Angepasste körperliche Aktivität stärkt Muskulatur, Koordination und Selbstvertrauen – unabhängig davon, ob ein Tier arbeitet, Sport macht oder einfach den Alltag meistert. Der Mensch kann das Tier dabei unterstützen, gezielt jene Muskeln aufzubauen und auszugleichen, die es von sich aus eher meidet. Tiere vermeiden verständlicherweise Bewegungen, die sich zunächst unangenehm anfühlen. Doch wie beim Menschen gilt: Nicht jede sinnvolle Belastung fühlt sich sofort gut an. Es ist daher unsere Verantwortung, dem Tier zu helfen, körperliche Schwachstellen sanft zu stärken, Dysbalancen auszugleichen und den Körper langfristig fit, beweglich und belastbar zu erhalten.
 
 
9. Sinn & Seelenebene – Die gemeinsame Reise
 

Jedes Tier bringt seine eigene Geschichte, seine Aufgaben und seine Lernthemen mit. Oft besteht zwischen Mensch und Tier eine tiefere Verbindung – eine gemeinsame Entwicklung auf seelischer Ebene. Wird dieser Sinn erkannt, verändert sich die Beziehung grundlegend. Dabei ist das Tier nicht nur für den Menschen da. Seelisch gesehen kann es den Menschen auf seinem Weg begleiten und unterstützen – zugleich hat jedes Tier seinen eigenen Seelenweg. Unsere Verantwortung ist es, auch diesen zu respektieren und zu fördern. Erst wenn beide Wege gesehen werden, entsteht eine echte Partnerschaft – getragen von Respekt, Bewusstsein und Verbundenheit.

 
 

 
Mein Ansatz

 

Wenn wir das Wohlbefinden eines Tieres auf allen neun Ebenen betrachten, entsteht echte Veränderung – nachhaltig, ruhig und im Einklang mit dem Wesen des Tieres.


Diese neun Levels bilden einen klaren Rahmen, der für jede Tierart gilt. Gleichzeitig ist jedes Tier ein Individuum. Innerhalb dieser Ebenen gilt es daher immer auch hinzuschauen, was genau dieses eine Tier braucht – mit seiner Persönlichkeit, seiner Geschichte und seinen besonderen Bedürfnissen.

 

Diese Philophie des Wohlbefindens zielt nich auf Perfektion, sondern auf Bewusstsein, Verantwortung und Verbindung – zwischen Mensch, Tier und Leben selbst.

 

 

Mein persönlicher Leitgedanke dabei ist: « lokah samastah sukhino bhavantu » - May all beings be happy and free, and may the thoughts, words, and actions contribute in some way to the happiness and freedom of all.

 

 

In Liebe

Laurent

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© Laurent Amann, DER TIERFLÜSTERER